PCF-Verifizierung nach ISO 14067: Ablauf, Kosten und Vorteile verifizierter PCF-Software von Global Changer

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Zuletzt aktualisiert:

01.09.2026

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11 Min. Lesedauer

Gesetze & Richtlinien

Automatisierte Förderanlage mit Kartons in einer Industrieproduktion, sinnbildlich für Produkte, deren Product Carbon Footprint nach ISO 14067 berechnet und verifiziert wird

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Eine PCF-Verifizierung ist die unabhängige Prüfung eines Product Carbon Footprints durch akkreditierte Prüfer:innen. Dieser Artikel erklärt, wann sie nötig wird, wie sie abläuft und was die Verifizierung unserer PCF-Software für die Berechnung und Prüfung Ihrer Product Carbon Footprints bedeutet.

ℹ️ Kiwa-Ecobility Experts hat unsere PCF-Software und PCF-Methodik nach ISO 14067 und ISO 14040/44 verifiziert. Das aktuelle Conformity Statement liegt seit 27.08.2026 vor und ist öffentlich einsehbar.

Das Wichtigste zur PCF-Verifizierung in Kürze

  • Bei einer PCF-Verifizierung prüft eine unabhängige Stelle, ob ein Product Carbon Footprint den Anforderungen der ISO 14067 entspricht.

  • Verifizieren dürfen Stellen mit Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17029, in Deutschland vergeben durch die DAkkS.

  • Kiwa-Ecobility Experts hat die PCF-Software und PCF-Methodik von Global Changer nach ISO 14067 verifiziert.

  • Verifiziert wurde auch die Reproduzierbarkeit der KI: gleiche Eingabe, gleiches Ergebnis. Generative KIs wie ChatGPT arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten und können das nicht leisten.

  • Eine verifizierte Software ist nicht gleichbedeutend mit verifizierten PCFs. Dafür braucht es eine separate Prüfung.

  • Durch die Verifizierung der PCF-Software und -Methodik von Global Changer können einzelne PCFs schneller und günstiger durch akkreditierte Prüfstellen wie Kiwa verifiziert werden.

Was ist eine PCF-Verifizierung nach ISO 14067?

Bei einer PCF-Verifizierung prüft eine unabhängige Prüfstelle, ob der Product Carbon Footprint eines Produkts korrekt nach ISO 14067 ermittelt und berichtet wurde. Geprüft werden Methodik, Datengrundlage, Berechnung und der Umgang mit Unsicherheiten.

ISO 14067 legt fest, wie ein Product Carbon Footprint zu quantifizieren und zu berichten ist, und baut dabei auf ISO 14040 und ISO 14044 zur Ökobilanzierung auf. Eine Verifizierung prüft, ob eine konkrete Berechnung oder ein Berechnungsansatz diesen Anforderungen entspricht.

Neben ISO 14067 ist der GHG Protocol Product Life Cycle Accounting and Reporting Standard das zweite maßgebliche Regelwerk für Product Carbon Footprints. Beide sind methodisch weitgehend kompatibel und werden in der Praxis häufig gemeinsam referenziert. Für Verifizierungen im DACH-Raum ist ISO 14067 der übliche Prüfmaßstab.

Am Ende steht eine Verifizierungserklärung. Sie ist die Grundlage für glaubwürdige Klimakommunikation, für die Weitergabe von Scope-3-Daten an Kund:innen und für belastbare Angaben in der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Wenn Sie zunächst wissen möchten, was ein Product Carbon Footprint genau ist und wie er berechnet wird, erfahren Sie hier mehr: PCF berechnen mit KI und LCA, PCF und PEF im Vergleich.

ℹ️ CFP oder PCF? In der ISO 14067 taucht die Abkürzung PCF nicht auf. Die Norm spricht vom „carbon footprint of a product", abgekürzt CFP, und nennt das Ergebnisdokument entsprechend CFP study report. In der Praxis, besonders im deutschsprachigen B2B-Umfeld, hat sich dagegen PCF für Product Carbon Footprint durchgesetzt.

Gemeint ist dasselbe. Relevant wird der Unterschied nur beim Lesen von Normtexten und Prüfdokumenten: Wenn dort CFP steht, ist der Product Carbon Footprint gemeint. Analog steht partial CFP für einen partiellen PCF, also für eine Bilanz, die nicht den gesamten Lebenszyklus abdeckt.

ISO 14067: Berechnung, Validierung, Verifizierung und Zertifizierung

Die vier Begriffe werden im Markt regelmäßig synonym verwendet, und das ist die häufigste Quelle für Missverständnisse bei PCF-Aussagen. Sie bezeichnen unterschiedliche Vorgänge mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Vorgang

Was passiert

Ergebnis

Berechnung

Sie ermitteln den Product Carbon Footprint aus Ihren Produktdaten, softwaregestützt oder manuell.

Ein Wert in kg CO₂e mit Dokumentation

Validierung

Eine Prüfstelle prüft einen Berechnungsansatz auf Plausibilität, bevor er angewendet wird.

Validierungserklärung zum Ansatz

Verifizierung

Eine Prüfstelle prüft ein bereits vorliegendes Ergebnis auf seinen Wahrheitsgehalt

Verifizierungserklärung zum Wert

Zertifizierung

Bestätigung der Konformität mit einer Spezifikation, mit Gültigkeitszeitraum

Für Treibhausgasbilanzen nicht vorgesehen

Die Abgrenzung zwischen Validierung und Verifizierung stammt aus der Norm ISO/IEC 17029, nach der Prüfstellen akkreditiert werden. TÜV Hessen erläutert den Unterschied im Detail. Validiert wird, was in die Zukunft weist, etwa ein Berechnungsansatz. Verifiziert wird, was auf realen Daten beruht.

Was Formulierungen wie „ISO-konform" für Ihren PCF wirklich bedeuten

Auf Anbieterseiten für PCF-Software begegnen Ihnen für denselben Sachverhalt sehr unterschiedliche Formulierungen rund um das Thema ISO-Konformität und Verifizierung. besonders häufig lesen Sie vielleicht Aussagen wie „normkonformer PCF", „nach ISO 14067" oder aber „zertifizierte PCF-Software". Sie unterscheiden sich in der Beweiskraft erheblich und der Unterschied ist von außen nicht immer direkt erkennbar. Das steckt hinter den Formulierungen:

Formulierung

Was sie belegt

„nach ISO 14067", „normkonform", „ISO-konform", „ISO 14067-aligned"

eine Selbsteinschätzung des Anbieters. Sie kann zutreffen, geprüft hat sie niemand

„orientiert sich an ISO 14067"

bewusst offener formuliert als Konformität. Signalisiert meist, dass einzelne Anforderungen nicht erfüllt werden

„auditierbar", „prüffähig", „audit-ready"

eine Aussage über das Format der Ausgabe, nicht über eine erfolgte Prüfung

„geprüfte Methodik"

ein Methodendokument wurde geprüft. Ob die Software es korrekt umsetzt, ist damit nicht gesagt

„geprüfte Software" ohne Nennung der Norm

ein Werkzeug wurde geprüft, offen bleibt wogegen. Eine Prüfung gegen ISO 14064 oder das GHG Protocol betrifft Unternehmensbilanzen, nicht Produkte

„verifizierte Berechnungen"

doppeldeutig. Gemeint sein kann die Rechen-Engine oder das einzelne Ergebnis

„zertifiziert nach ISO 14067"

in dieser Form nicht möglich, weil die Norm kein Zertifizierungsschema ist. Gemeint ist fast immer eine Verifizierung

„verifizierte PCF-Software"

korrekt ausschließlich für eine geprüfte Software zu der ein Conformity Statement vorliegt

„verifizierter PCF"

korrekt ausschließlich für einen konkreten Einzelwert, zu dem eine Verifizierungserklärung vorliegt

Keine dieser Formulierungen ist per se unredlich. Problematisch wird es erst, wenn eine Aussage aus der oberen Hälfte der Tabelle so präsentiert wird, als stamme sie aus der unteren. Für Sie hat das eine praktische Folge: Wenn Sie einen Wert an Kund:innen weitergeben, haften Sie für die Aussage, die Sie dabei treffen, und nicht Ihr Softwareanbieter.

Welche Fragen das im Anbietergespräch klären, steht weiter unten im Abschnitt zum Prüfraster.

Gibt es eine ISO-14067-Zertifizierung?

Die Norm sieht keine Zertifizierung im engeren Sinn vor, sondern die Möglichkeit zur externen Verifizierung. Das Ergebnisdokument heißt Verifizierungs- oder Konformitätserklärung. TÜV SÜD stellt ausdrücklich fest, dass es nach den Treibhausgas-Normen keine Zertifizierung gibt.

Praktisch heißt das für Sie: Angebote, die als „ISO-14067-Zertifizierung" bezeichnet werden, meinen in aller Regel genau diese Verifizierung. Prüfen Sie im Zweifel die Bezeichnung und Inhalte des Zertifikats, nicht die Überschrift des Angebots.

Was Kiwa bei der PCF-Software von Global Changer verifiziert hat

Verifiziert wurden zwei Method Reports, einer zur Methodik und einer zur Software, sowie das Berechnungswerkzeug selbst in Version 1.0. Geprüft wurde gegen ISO 14067:2018 sowie ISO 14040:2021 und ISO 14044:2021. Fachlich betraf das die Methodik, die das Tool anwendet, und den Bericht, den es ausgibt. Darüber hinaus wurde die Software praktisch erprobt, mit Probeberechnungen, Datenimport-Tests und einer Prüfung der KI-Ergebnisse. Weil die Frage „was wurde eigentlich verifiziert" bei fast jeder Prüfaussage offen bleibt, hier unsere Antwort im Detail.

Fachliche Prüfung von PCF-Methodik und PCF-Bericht für die Verifizierung

Grundlage war Kapitel 7 der ISO 14067, das die Anforderungen an den CFP-Studienbericht festlegt.

  • Deklarierte Einheit und Referenzfluss sind ausgewiesen. Bei einem Cradle-to-Gate-Umfang ist die deklarierte Einheit die korrekte Bezeichnung, weil sich aus einer Bilanz bis zum Werkstor kein Nutzen ableiten lässt

  • Systemgrenze, Abschneidekriterien und tatsächlich angewendete Abschneidungen sind dokumentiert

  • Die wesentlichen Einheitsprozesse und die Stückliste sind nachvollziehbar exportierbar

  • Datenherkunft und Datenquelle sind je Position erkennbar, einschließlich der Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärdaten

  • Die berücksichtigten Treibhausgase sind aufgeführt

  • Die Charakterisierungsfaktoren sind benannt und beruhen konsistent auf IPCC AR6

  • Allokationsverfahren und Bezugszeitraum sind ausgewiesen

  • Fossile, biogene und landnutzungsbedingte Emissionen werden getrennt ausgewiesen

  • Die Behandlung von Strom ist nachvollziehbar, insbesondere der verwendete Netzmix

  • Eine Datenqualitätsbewertung liegt vor

  • Sensitivität, Unsicherheiten, Interpretation und Grenzen der Aussage sind dargestellt

  • Es ist offengelegt, welche Werte auf Annahmen beruhen und woher diese Annahmen stammen

  • Der partielle Charakter der Bilanz ist im Bericht deutlich benannt

  • Die Ergebnisse sind zusätzlich grafisch dargestellt

Praktische Erprobung der PCF-Software für die Verifizierung

Der zweite Teil fand im Tool statt: Probeberechnungen mit unterschiedlichen Produkten, Tests des Datenimports und eine gezielte Prüfung der KI-Ergebnisse. Im Zentrum stand dabei der Punkt, der bei KI-gestützter Berechnung die eigentliche Frage ist: Reproduzierbarkeit.

Generative Sprachmodelle wie ChatGPT oder Copilot berechnen Antworten probabilistisch. Dieselbe Frage zweimal gestellt kann zu zwei verschiedenen Zerlegungen und zwei verschiedenen Datensätzen führen. Für eine Verifizierung ist das disqualifizierend, weil sich ein Ergebnis dann nicht nachvollziehen lässt. Warum das so ist und woran Sie belastbare von unbelastbarer KI unterscheiden, erklären wir in unserem Artikel zu KI im Nachhaltigkeitsmanagement.

  • Dieselbe Eingabe führt zur selben Zerlegung in Materialien und Prozesse und zur selben Auswahl des Emissionsfaktor-Datensatzes

  • Die Priorisierung zwischen den Hintergrunddatenbanken ist dokumentiert und wird konsistent angewendet

  • Die Logik der Regionenauswahl bei Datensätzen ist nachvollziehbar begründet

  • KI-gestützte Annahmen sind im Werkzeug und im Bericht als solche gekennzeichnet und von gemessenen, lieferantenseitigen und voreingestellten Werten unterscheidbar

  • Zu jeder Position im Inventar ist nachvollziehbar, wie sie zustande gekommen ist

  • Der Methodik-Bereich im Tool weist Systemgrenze, deklarierte Einheit, Allokationsansatz, GWP-Version und Bezugsjahr aus

  • Stückliste und Einheitsprozesse lassen sich vollständig als Audit-Datei exportieren

Hier erfahren Sie mehr zu unserer KI-gestützten PCF-Berechnung.

Zwei Abweichungen sind in unserem Zertifikat benannt: Agribalyse-Datensätze unterstützen den -1/+1-Ansatz für die Behandlung von biogenem Kohlenstoff nicht, und Produktionsabfälle sind standardmäßig nicht enthalten.

Genau darauf sollten Sie bei jedem Softwareanbieter achten: Ein Prüfbericht ohne benannte Abweichungen ist entweder sehr oberflächlich entstanden oder nicht vollständig wiedergegeben.

Wann muss ein Product Carbon Footprint verifiziert werden?

Der Product Carbon Footprint ist grundsätzlich freiwillig. Durch CSRD-Berichterstattung und Lieferkettenanforderungen wird er jedoch zunehmend faktisch erforderlich, und in einzelnen Produktbereichen ist er inzwischen rechtlich verbindlich.

Für die Priorisierung hilft eine einfache Unterscheidung. Solange PCFs nur der internen Steuerung dienen, um Hotspots zu finden und Produktvarianten zu vergleichen, brauchen Sie keine Prüfstelle. Sobald der Wert das Haus verlässt, ändert sich die Lage.

Welche Regulierungen fordern verifizierte PCF-Daten?

Vier Regelwerke treiben die Nachfrage derzeit am stärksten, jeweils mit unterschiedlicher Verbindlichkeit.

  • EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542: PCF-Angabe für bestimmte Batteriearten seit Februar 2025, digitaler Batteriepass ab Februar 2027 für Batterien über 2 kWh. Ohne vollständige PCF-Erklärung ist der Vertrieb im EU-Markt nicht möglich.

  • CBAM: Importeure benötigen belastbare Cradle-to-Gate-Daten und fordern sie von ihren Lieferanten ein. Grundlage ist die Verordnung (EU) 2023/956, zuständige Stelle in Deutschland ist die Deutsche Emissionshandelsstelle.

  • EU-Taxonomie: Die technischen Bewertungskriterien der Delegierten Verordnung (EU) 2021/2139 verlangen für mehrere Wirtschaftsaktivitäten eine durch unabhängige Dritte verifizierte Lebenszyklus-Emissionsangabe.

  • ESPR sowie EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 und geplante Green Claims Directive: weiten produktbezogene Anforderungen aus und verschärfen die Beweislast für umweltbezogene Produktaussagen. Die ESPR ist zugleich Rechtsgrundlage für den digitalen Produktpass.

Was fordern Kund:innen und Branchenstandards?

Unabhängig von der Regulierung entsteht Druck über Einkauf und Branchenstandards. In der Automobilindustrie konkretisiert das Catena-X PCF Rulebook, wie Werte zu berechnen und auszutauschen sind, und bringt ein eigenes Verifizierungs-Framework mit. In der Chemiebranche erfüllt die TfS PCF Guideline dieselbe Funktion. Für den standardisierten Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg hat sich das PACT- beziehungsweise Pathfinder-Framework des WBCSD etabliert.

Der Grund für den Druck ist rechnerisch simpel. Die Product Carbon Footprints Ihrer Vorprodukte landen in der Scope-3-Bilanz Ihrer Kund:innen, meist in Kategorie 3.1. Je belastbarer Ihre Zahl, desto belastbarer deren Bilanz. In Ausschreibungen in Automobil, Elektronik und Handel wird ein fehlender oder ungeprüfter PCF zunehmend zum Ausschlusskriterium. Wie diese Daten weiterverarbeitet werden, beschreiben wir im Artikel zur Berechnung von Scope-3-Emissionen.

Wie läuft eine PCF-Verifizierung ab?

Die Verifizierung setzt an dem Punkt an, an dem Ihre Berechnung fertig ist, und umfasst drei Phasen: Sie stellen den Projektbericht zusammen, die Prüfstelle prüft ihn und arbeitet Findings mit Ihnen ab, danach erhalten Sie die Verifizierungserklärung.

Der Projektbericht muss enthalten: Ziel und Untersuchungsrahmen, Systemgrenzen, deklarierte oder funktionelle Einheit mit Referenzfluss, alle Emissionsfaktoren mit Quelle und Datenbankversion, Annahmen, Abschneidekriterien, Allokationsverfahren und eine Datenqualitätsbewertung je Position. Geprüft werden Methodenkonformität, Vollständigkeit und Plausibilität der Daten, Richtigkeit der Berechnung und Umgang mit Unsicherheiten.

Der zeitkritische Teil ist die erste Phase, und er liegt vollständig bei Ihnen. Genau hier entscheidet sich, ob eine Software Ihnen Arbeit abnimmt oder erzeugt: Gibt sie die geforderte Dokumentation als Bericht aus, entfällt das manuelle Zusammentragen. Liefert sie nur einen Wert, beginnt die Arbeit dort erst.

ℹ️ Gut zu wissen: Der erstellte PCF-Report aus der Software von Global Changer entspricht der geforderten Dokumentation und erleichtert Ihnen die Verifizierung einzelner PCFs erheblich.

Wer darf einen PCF verifizieren?

Verifizieren dürfen Stellen, die nach DIN EN ISO/IEC 17029 als Validierungs- und Verifizierungsstelle akkreditiert sind. Der Leitfaden zum Product Carbon Footprint der vbw nennt diese Akkreditierung ausdrücklich als Voraussetzung. In Deutschland vergibt die DAkkS sie.

Zu den akkreditierten Stellen im deutschsprachigen Raum gehören unter anderem Kiwa-Ecobility Experts, TÜV SÜD, TÜV NORD, DEKRA, TÜV Rheinland, DQS, LRQA und GUTcert. Prüfen Sie vor der Beauftragung nicht nur den Namen, sondern auch den Geltungsbereich der Akkreditierung. Dieser ist über die Verzeichnisse der Prüfstellen und der Akkreditierungsstelle einsehbar.

Was kostet eine PCF-Verifizierung und wie lange dauert sie?

Listenpreise gibt es nicht. Prüfstellen erstellen jedes Angebot individuell, und die genannten Kostentreiber sind bei allen ähnlich: Produktkomplexität, gewählte Systemgrenzen sowie Verfügbarkeit und Qualität der Daten.

Für die Planung ist eine andere Größe relevanter als das Honorar. Der Personalaufwand im eigenen Haus für Dokumentation, Lieferantenabfragen und Nacharbeit an Findings übersteigt in vielen Projekten die Kosten der Prüfstelle deutlich. Wer die Datenlage vorher aufräumt, senkt beide Posten gleichzeitig. Wer mit lückenhafter Dokumentation in die Prüfung geht, zahlt die Lücken doppelt.

Die zwei Stufen der PCF-Verifizierung: erst die Methodik, dann das Produkt

Der Teil, der eine PCF-Verifizierung aufwendig und damit teuer macht, ist nicht die einzelne PCF-Berechnung, sondern die Methodik dahinter nachzuvollziehen und im Detail zu prüfen. Deshalb blieben verifizierte Werte lange Einzelprojekte für Vorzeigeprodukte.

Statt jeden Product Carbon Footprint einzeln von Grund auf prüfen zu lassen, sieht die Norm ein zweistufiges Vorgehen vor: Zuerst wird der Berechnungsansatz validiert, danach werden einzelne Produkte auf dieser Grundlage verifiziert.


Stufe 1

Stufe 2

Prüfgegenstand

systematischer Berechnungsansatz, Methodenbeschreibung, teils die Software

einzelner Product Carbon Footprint mit realen Produktdaten

Grundlage

Anhang C der ISO 14067

ISO 14067

Ergebnis

Erklärung zum Ansatz, je nach Verfahren als Validierungs- oder Konformitätserklärung

Verifizierungserklärung zum konkreten Wert

Wiederholung

einmalig, Nachprüfung bei methodischen Änderungen

je Produkt

TÜV NORD beschreibt die Validierung des Berechnungsansatzes nach Anhang C als besonders hilfreich, wenn damit eine Vielzahl einzelner PCFs für eine Produktgruppe ermittelt werden soll. DEKRA empfiehlt die Prüfung des systematischen Ansatzes ebenfalls dann, wenn innerhalb einer Organisation mehrere PCFs auf Basis desselben Verfahrens entstehen.

Für Software gilt dasselbe Prinzip. Hat eine Prüfstelle Methodik und Rechenwerkzeug eines Anbieters verifiziert, entfällt die Methodendiskussion bei jedem einzelnen Produkt. Was pro Produkt bleibt, ist die Prüfung der produktspezifischen Daten.

Wichtig zu unterscheiden: Stufe 1 macht keinen einzelnen PCF zu einem verifizierten PCF. Eine geprüfte Methodik ist die Voraussetzung, nicht der Ersatz.

Was bringt die Prüfung des Berechnungsansatzes?

Der Nutzen liegt in drei Punkten. Erstens Wiederholbarkeit: Über das gesamte Portfolio gelten dieselben Regeln, was Vergleiche zwischen Produktvarianten überhaupt erst zulässig macht. Zweitens weniger Reibung, weil die Methodendiskussion nicht bei jedem Prüfvorgang neu geführt wird. Drittens ein Prüfpfad, der von Personen unabhängig ist. Wenn Sie in zwei Jahren erklären müssen, warum ein Wert bei 1,8 kg CO₂e lag, liegt die Antwort in der Dokumentation und nicht im Gedächtnis einer Kollegin, die das Unternehmen verlassen hat.

Der Nutzen skaliert allerdings mit der Anzahl der Produkte. Bei einem einzelnen Produkt lohnt der Umweg über Stufe 1 selten.

Woran erkennen Sie eine belastbare Prüfaussage?

Die Einordnung der Formulierungen weiter oben hilft beim beim ersten Durchforsten einer Softwareanbieter-Website. Im persönlichen Gespräch kommen Sie schneller zum Kern, wenn Sie direkt fragen.

Frage an Softwareanbieter

Woran Sie eine schwache Antwort erkennen

Antwort von Global Changer

Wer hat geprüft?

Nur „eine unabhängige Stelle" oder ein Dachname ohne konkrete Gesellschaft.

Kiwa-Ecobility Experts. Die prüfenden Personen sind im Dokument namentlich benannt.

Was genau wurde geprüft?

Unklar, ob die Methodenbeschreibung, das Rechenwerkzeug, oder beides.

Beides: die Anforderungen an den CFP-Studienbericht nach Kapitel 7 der Norm und das Verhalten des Rechenwerkzeugs (Software), einschließlich der Reproduzierbarkeit der KI.

Gegen welche Norm wurde geprüft?

Norm wird nicht genannt, oder es wird gegen ISO 14064 verifiziert und über PCF gesprochen.

ISO 14067:2018 sowie ISO 14040:2021 und ISO 14044:2021.

Für welche Software-Version gilt die Prüfung?

Keine Versions- oder Datumsangabe.

Global Changer Version 1.0, ausgestellt am 27.08.2026.

Welche Abweichungen sind dokumentiert?

Abweichungen werden nicht erwähnt.

Im Dokument aufgeführt, darunter die eingeschränkte getrennte Ausweisung biogener Emissionen bei Datensätzen mit abweichendem Bilanzierungsansatz.

Wo kann ich das Dokument einsehen?

Nur auf Anfrage, kein öffentlicher Link.

Öffentlich abrufbar unter diesem Link.

Sind einzelne PCFs damit automatisch verifiziert?

Antwort „ja" oder Ausweichen.

Nein. Dafür ist eine separate Prüfung des Einzelwerts durch eine akkreditierte Prüfstelle wie Kiwa nötig.

Die letzte Zeile wiegt am schwersten. Wer bejaht, dass eine verifizierte Software einzelne Ergebnisse automatisch verifiziert, verlagert ein Green-Claims-Risiko auf Sie. Stellen Sie die sieben Fragen bei jedem Anbieter, auch bei uns. Wenn Sie ohnehin gerade Anbieter vergleichen, hilft unsere Lastenheft-Vorlage für Nachhaltigkeitssoftware dabei, solche Fragen strukturiert zu stellen.

Checkliste: Die richtige PCF-Software vor der geplanten Verifizierung auswählen

Die Kriterien, an denen eine Prüfstelle einen PCF bewertet, sind zugleich die Kriterien, an denen Sie eine Software auswählen sollten. Wir haben sie zu einer Checkliste mit 20 Punkten in fünf Blöcken zusammengefasst: Methodik und Normbezug, Daten und Nachvollziehbarkeit, Umgang mit KI, Prüffähigkeit der Ausgabe und Prüfstatus des Anbieters.

Banner mit dem Text „20 Kriterien, an denen Sie PCF-Software vor der Verifizierung prüfen" und Button zum Download der kostenlosen Checkliste

PCF-Berechnung mit Global Changer

Die verifizierte PCF-Software von Global Changer berechnet Product Carbon Footprints KI-gestützt aus Stücklisten und Stammdaten, mit Datenqualitätsbewertung und Quellenangabe für jede Zuordnung. Sowohl unsere PCF-Software als auch PCF-Berechnungsmethodik sind von Kiwa verifiziert.

Unsere PCF-Reports: Zwei Berichtsformate für zwei Situationen

Für Ihre PCF-Berechnung können Sie sich zwei unterschiedliche Berichte von unserer Software ausgeben lassen:

  • Der übersichtliche One-Pager fasst das Ergebnis auf einer Seite zusammen: den Wert, die deklarierte Einheit, die Systemgrenze und die Verteilung der Emissionen über die Lebenszyklusphasen. Er ist das Format für Kundenanfragen, für den Einkauf und für die interne Abstimmung.

  • Der ausführliche, iso-konforme Bericht enthält die Dokumentation, die eine Prüfung voraussetzt: Systemgrenze und Abschneidekriterien, Allokationsverfahren, berücksichtigte Treibhausgase, Charakterisierungsfaktoren, Behandlung von Strom, Datenherkunft und Datenqualität je Position, getrennte Ausweisung fossiler, biogener und landnutzungsbedingter Emissionen, Bezugszeitraum sowie Felder für Interpretation, Unsicherheiten und Grenzen der Aussage. Ergänzt wird er um einen Export von Stückliste und Einheitsprozessen.

Genau diese Berichtsstruktur war Gegenstand der Prüfung durch Kiwa. Der ausführliche Bericht ist damit die Vorlage für Phase eins einer Verifizierung, also für den Teil, der sonst manuell entsteht.

Er ersetzt die Verifizierung aber nicht. Ein Bericht aus der Software ist ein prüffähiges Dokument, kein geprüftes. Erst wenn eine akkreditierte Stelle die produktspezifischen Daten geprüft hat, entsteht ein verifizierter Wert.

Umfang der Prüfung

Die eingangs erwähnte Prüfung durch Kiwa-Ecobility Experts bezieht sich auf die Anforderungen an den Studienbericht nach Kapitel 7 der ISO 14067 sowie auf das Verhalten des Rechenwerkzeugs in der Version 1.0. Der vollständige Prüfumfang und die dokumentierten Abweichungen sind unter diesem Link als Zertifikat einsehbar.

Die Verifizierung einzelner Product Carbon Footprints ist davon getrennt und erfolgt als eigener Schritt durch Kiwa. Nicht Teil des Prüfumfangs sind die CO₂-Bilanz auf Unternehmensebene und die Reduktionsplanung, weil dafür andere Normen gelten.

Häufige Fragen zur PCF-Verifizierung nach ISO 14067

Wie lange dauert eine PCF-Verifizierung nach ISO 14067?

Das hängt stark von Ihrer Datenlage und des eingesetzten PCF-Rechenwerkzeugs (Software) ab. Die eigentliche Prüfung durch die Prüfstelle (Durchsicht, Rückfragen, Nacharbeit an Findings, Verifikationsstatement) ist meist überschaubar. Deutlich mehr Zeit beansprucht in der Praxis die Vorbereitung: Datenerhebung, Lieferantenabfragen und die vollständige Dokumentation der Berechnung.

Mit Global Changer reduziert sich der Aufwand für die Verifizierung erheblich. Die Dokumentation der Berechnung wird automatisiert erstellt und die im Tool erzeugten Reports und Datenexporte enthalten alle Informationen, die ein Verifier für die Prüfung benötigt. Da die Berechnungsmethodik von Kiwa nach ISO 14067 verifiziert ist, geht es im Verifikationsprozess vor allem noch um die Datenqualität selbst, nicht mehr um die Methodik dahinter.

Ist eine externe Verifizierung von PCFs nach ISO 14067 Pflicht?

Die Norm schreibt sie nicht generell vor. Sie verlangt einen Critical Review für öffentliche vergleichende Aussagen und empfiehlt die externe Verifizierung für die Kommunikation nach außen. Verbindlich wird sie durch andere Regelwerke, etwa die EU-Batterieverordnung für bestimmte Batteriearten oder die technischen Bewertungskriterien der EU-Taxonomie, sowie durch vertragliche Anforderungen von Kund:innen.

Was kostet eine PCF-Verifizierung?

Feste Preise gibt es nicht, jedes Angebot wird individuell kalkuliert. Die Prüfstellen nennen übereinstimmend dieselben Kostentreiber: Produktkomplexität, gewählte Systemgrenzen sowie Verfügbarkeit und Qualität der Daten. In vielen Projekten übersteigt der interne Aufwand für Dokumentation und Nacharbeit das Honorar der Prüfstelle. Für ein Angebot von unserem Partner Kiwa basierend auf der Berechnung innerhalb unserer Software kommen Sie direkt auf uns zu.

Wie lange ist ein verifizierter PCF gültig?

Hier sind zwei Fälle zu unterscheiden.

Ein PCF, der mit einer verifizierten Methodik berechnet wurde, trägt keine formale Laufzeit. Maßgeblich ist der Zeitraum, für den der Wert laut Bericht repräsentativ ist, und ISO 14067 verlangt, dass dieser Zeitraum ausgewiesen wird. In der Praxis werden solche Werte üblicherweise ein bis drei Jahre verwendet. Ratsam ist ein jährliches Update, weil sich Emissionsfaktoren, Strommix und Lieferantendaten laufend ändern.

Bei einem verifizierten Einzelwert legt die Prüfstelle fest, worauf sich ihre Erklärung bezieht, und bindet sie an Bezugsjahr, Datenstand und Produktkonfiguration. Klären Sie diesen Punkt vor der Beauftragung, weil die Handhabung zwischen Prüfstellen abweicht.

In beiden Fällen gilt: Wesentliche Änderungen an Produkt oder Datengrundlage machen eine Neuberechnung nötig.

Welche Änderungen machen eine Neuberechnung des PCFs nötig?

Wesentlich sind Änderungen an Rezeptur oder Stückliste, ein Wechsel von Lieferanten oder Fertigungsstandort und ein veränderter Energiebezug. Auch ein Wechsel der Hintergrunddatenbank oder ihrer Version kann eine erneute Berechnung und Prüfung auslösen. Legen Sie intern fest, welche Änderungen eine Neubewertung anstoßen, damit die Entscheidung nicht im Einzelfall diskutiert werden muss.

Ist ein PCF automatisch verifiziert, wenn ich ihn mit einer verifizierten Software berechne?

Nein. Eine verifizierte Software oder Methodik ist eine Voraussetzung, aber kein Ersatz für die Prüfung des konkreten Werts. Die Verantwortung für die Eingabedaten bleibt beim rechnenden Unternehmen. Für einen verifizierten Einzelwert ist immer eine separate Prüfung durch akkreditierte Prüfer:innen nötig.

Kann eine KI-gestützte PCF-Berechnung überhaupt verifiziert werden?

Ja, sofern sie reproduzierbar ist. Eine Prüfstelle testet, ob dieselbe Eingabe zuverlässig zur selben Zerlegung und zum selben Emissionsfaktor-Datensatz führt und ob KI-gestützte Annahmen im Bericht als solche gekennzeichnet sind. Ohne diese Nachvollziehbarkeit ist eine Verifizierung nicht möglich.

Über die Autorin

Karen Bartel Karch

Marketing Lead

Von der Kreislaufwirtschaft hin zur Klimabilanz: Für Karen braucht B2B-Marketing vor allem zwei Dinge. Mehr Menschlichkeit, mehr Impact. Bei Global Changer vereint sie beides. Zuvor war sie u. a. bei Resourcify.

Über die Autorin

Karen Bartel Karch

Marketing Lead

Von der Kreislaufwirtschaft hin zur Klimabilanz: Für Karen braucht B2B-Marketing vor allem zwei Dinge. Mehr Menschlichkeit, mehr Impact. Bei Global Changer vereint sie beides. Zuvor war sie u. a. bei Resourcify.