CO₂-Reduktion im Unternehmen: Strategische Grundlagen und praxisnahe Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft

Tobias Martetschlaeger

-

Co-Founder & CEO

-

12 Min. Lesedauer

Corporate Sustainability

Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern längst Realität. Extreme Wetterereignisse, Hitzerekorde und schmelzende Gletscher verdeutlichen, dass gehandelt werden muss. Nur durch schnelle, tiefgreifende und anhaltende Reduktionen der Treibhausgasemissionen kann das 1,5- oder zumindest das 2-Grad-Ziel noch eingehalten werden (IPCC, 2018). Klimaschutz ist damit nicht mehr nur eine Option, sondern eine dringende Notwendigkeit – für die Gesellschaft ebenso wie für die Wirtschaft. Wer seine Emissionen reduziert, trägt aktiv zum Erreichen der Klimaziele bei und sichert zugleich die eigene Zukunftsfähigkeit.

Dieser Artikel zeigt, warum die Reduktion von CO₂-Emissionen für Unternehmen unverzichtbar ist, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auswirken und welche zehn praxiserprobten Tipps direkt umgesetzt werden können. Außerdem geht es darum, wie Klimaschutz langfristig in die Unternehmensstrategie integriert wird. Damit erhalten Unternehmen sowohl fundiertes Hintergrundwissen als auch konkrete Ansätze für den Einstieg in eine umfassende Klimastrategie.

Grundlagen der CO₂-Reduktion

Warum Unternehmen jetzt handeln müssen

Die Ursachen von CO₂-Emissionen in Unternehmen sind vielfältig. Sie entstehen nicht nur durch den direkten Energieverbrauch in Gebäuden und Produktionsanlagen, sondern auch durch Mobilität, Geschäftsreisen, Abfall, Beschaffung und vor allem in der Lieferkette. Studien zeigen, dass der Energiesektor mit über 70 Prozent der weltweiten Emissionen dominiert, während Landwirtschaft, Industrie und Abfallwirtschaft weitere große Anteile verursachen (Our World in Data, 2023). Unternehmen haben dadurch zahlreiche Stellschrauben, an denen sie ansetzen können – und sie tragen eine besondere Verantwortung, weil ihre Aktivitäten direkte und indirekte Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt haben.

Es geht dabei nicht allein um ökologische Verantwortung. Wissenschaftliche Analysen verdeutlichen, dass die Kosten künftiger Klimaschäden ein Vielfaches höher sein werden als die Investitionen, die heute für wirksame Emissionsminderungen erforderlich sind. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bis 2050 enorme Schäden auf die Weltwirtschaft zukommen, wenn nicht entschieden gehandelt wird. Investitionen in Klimaschutz sind daher langfristig deutlich günstiger als Untätigkeit und bewahren zugleich vor noch gravierenderen Folgen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts (Kotz et al., 2024). Wer seine Emissionen reduziert, spart darüber hinaus Kosten im laufenden Betrieb, vermeidet Risiken und stärkt die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Schon kleine Veränderungen, wie die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad, können den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent verringern. Im größeren Maßstab sind Investitionen in erneuerbare Energien oder eine nachhaltige Lieferkette entscheidend, um dauerhaft erfolgreich zu bleiben.

Vorteile von Klimaschutzmaßnahmen

Klimaschutz lohnt sich aus mehreren Perspektiven. Unternehmen, die CO₂ reduzieren, profitieren von geringeren Energiekosten, stabileren Lieferketten und einer höheren Resilienz gegenüber Preisschwankungen. Gleichzeitig verbessern sie ihr Image bei Kund:innen, Investor:innen und (potentiellen) Mitarbeitenden. Studien belegen, dass mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden ungern für ein Unternehmen arbeiten würde, das sich nicht ernsthaft für ökologische Belange einsetzt (Stanford Social Innovation Review, 2023). Nachhaltigkeit ist damit nicht nur ein moralischer Imperativ, sondern auch ein Instrument zur Fachkräftesicherung.

Darüber hinaus eröffnen sich neue Geschäftschancen: Unternehmen, die innovative, klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen entwickeln, positionieren sich als Vorreiter und sichern sich Wettbewerbsvorteile. Klimaschutz wirkt also auf drei Ebenen: ökologisch, ökonomisch und sozial.

CO₂ und CO₂e: Grundlagen für die Bilanzierung

Um Emissionen zu reduzieren, müssen Unternehmen zunächst verstehen, wo sie entstehen. In der Praxis wird häufig von „CO₂“ gesprochen, korrekt ist jedoch der Begriff CO₂e (CO₂-Äquivalente). Er umfasst nicht nur Kohlendioxid, sondern auch andere Treibhausgase wie Methan oder Lachgas, die ein deutlich höheres Treibhauspotenzial haben (IPCC, 2018).

Die Bilanzierung erfolgt nach sogenannten Scopes:

  • Scope 1: Direkte Emissionen, etwa durch Heizungen, eigene Fahrzeuge oder Produktionsanlagen.

  • Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom oder Fernwärme.

  • Scope 3: Weitere indirekte Emissionen, zum Beispiel aus der Lieferkette, Geschäftsreisen oder der Nutzung von Produkten.

Gerade Scope 3 macht oft den größten Anteil aus, ist aber auch am schwierigsten zu erfassen. Unternehmen sollten deshalb eine umfassende CO₂-Bilanz erstellen, die alle Scopes berücksichtigt. Moderne Lösungen wie die Software von Global Changer erleichtern diese Aufgabe und bieten eine solide Grundlage für Reduktionsmaßnahmen.


Um mehr über die Software von Global Changer zu erfahren, hier klicken und Termin vereinbaren.


Regulatorischer Rahmen: Warum die CSRD zentral ist

Die regulatorischen Anforderungen an Unternehmen steigen rasant. Besonders relevant ist die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), die in der Europäischen Union gilt. Sie verpflichtet immer mehr Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsleistungen transparent darzustellen – und zwar nicht nur grob, sondern nach detaillierten Standards, den sogenannten ESRS (European Sustainability Reporting Standards).

Die CSRD verlangt, dass Unternehmen ihre Emissionen umfassend erfassen, klare Reduktionsziele formulieren und Fortschritte nachvollziehbar berichten. Sie ist eng mit der EU-Taxonomie verzahnt, die definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als nachhaltig gelten. Damit ist die CSRD der zentrale Rahmen, an dem sich Unternehmen orientieren müssen. Sie geht weit über freiwillige Initiativen hinaus und macht Nachhaltigkeitsberichterstattung zu einer Pflicht.

Wer sich im Detail mit der Umsetzung der CSRD beschäftigen möchte, findet im CSRD-Omnibus-Artikel von Global Changer eine hilfreiche Übersicht zu den wichtigsten Neuerungen und Herausforderungen.

Ein ergänzendes und von der EU ausdrücklich empfohlenes Regelwerk ist der VSME (Voluntary Standard for SMEs), der speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurde, die nicht direkt unter die CSRD fallen, aber dennoch ein strukturiertes ESG-Reporting umsetzen möchten. Der Standard ist freiwillig, orientiert sich jedoch an den ESRS und bietet eine vereinfachte Struktur für Nachhaltigkeitsberichte. Er ermöglicht Unternehmen eine schrittweise Annäherung an die CSRD-Anforderungen und ist zugleich kompatibel mit Lieferkettenanforderungen großer Unternehmen (EFRAG, 2024).

Zehn praxisnahe Tipps zur CO₂-Reduktion

Strategische Rahmenbedingungen sind wichtig, aber ohne konkrete Maßnahmen bleiben sie abstrakt. Deshalb lohnt es sich, auf Ebene des Arbeitsalltags anzusetzen. Die folgenden zehn Tipps zeigen, wie Unternehmen Emissionen direkt senken können – praxisnah und vielfach erprobt.

1. Nachhaltige Beschaffung

Die Lieferkette ist in vielen Unternehmen der größte Emissionstreiber (CDP, 2021). Durch die Auswahl nachhaltiger Lieferanten, die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und die Verlagerung auf regionale Partner können Emissionen erheblich reduziert werden. Zudem steigt die Resilienz, da regionale Lieferketten oft stabiler sind (McDougall & Davis, 2024).

2. Abfall vermeiden und recyceln

Ein wirksames Abfallmanagement verbessert nicht nur die Umweltbilanz, sondern spart auch Kosten. Digitale Dokumentenprozesse verringern den Papierverbrauch, während Recyclingprogramme und Zero-Waste-Initiativen zusätzliche Effekte bringen. Auch wenn diese Maßnahmen weniger spektakulär wirken, tragen sie zu einer nachhaltigen Unternehmenskultur bei.

3. Grünes Pendeln fördern

Mobilität verursacht erhebliche Emissionen. Unternehmen können gegensteuern, indem sie Mitarbeitenden Jobtickets für den öffentlichen Nahverkehr anbieten, Fahrradleasing-Modelle etablieren oder Carsharing fördern. Flexible Arbeitszeitmodelle und die Wahl eines gut angebundenen Standorts tragen ebenfalls zur Reduzierung des Pendelverkehrs bei (Greenpeace, 2023).

4. Gebäude energetisch optimieren

Die Verbesserung der Gebäudeisolierung zählt zu den effektivsten Hebeln. Bereits kleine Maßnahmen wie die Installation intelligenter Thermostate können den Energieverbrauch deutlich senken. Bei Neubauten sollte von Anfang an auf hohe Standards geachtet werden, bei Bestandsgebäuden lohnen sich Sanierungen (Citadini de Oliveira et al., 2024).

5. Regelmäßige Wartung

Viele Emissionen entstehen durch ineffiziente Anlagen. Leckagen in Druckluftsystemen oder schlecht gewartete Maschinen führen zu Energieverlusten. Ein strukturierter Wartungsplan verlängert die Lebensdauer von Geräten, senkt die Betriebskosten und reduziert Emissionen.

6. Remote-Arbeit ermöglichen

Homeoffice ist nicht nur ein Flexibilitätsfaktor, sondern auch eine wirksame Maßnahme zur Emissionsreduktion. Schon wenn 25 % Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeiten, lassen sich jährlich 1,6 Millionen Tonnen CO₂ einsparen (Greenpeace, 2020). Unternehmen profitieren gleichzeitig von zufriedeneren Mitarbeitenden.

7. Bewusstsein schaffen und schulen

Technische Maßnahmen allein reichen nicht aus. Nur wenn Mitarbeitende über die Bedeutung von Nachhaltigkeit informiert sind und aktiv eingebunden werden, entfalten Initiativen ihre volle Wirkung. Schulungen, Workshops und die Einbindung in Entscheidungsprozesse helfen, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen (Stanford Social Innovation Review, 2023).

8. Geschäftsreisen reduzieren

Flugreisen sind ein erheblicher Emissionstreiber. Unternehmen sollten prüfen, ob Videokonferenzen, Bahnfahrten oder Fernbusse Alternativen bieten. Auf internationalen Flügen ist die Wahl der Economy Class deutlich klimafreundlicher.

9. LED-Beleuchtung einsetzen

Der Umstieg auf LED-Beleuchtung spart bis zu 40 Prozent Energie im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtstoffröhren. LEDs sind langlebiger, wartungsärmer und frei von Quecksilber, wodurch sie auch gesundheitliche Vorteile bieten.

10. Energiemanagement digitalisieren

Die Einführung einer Energiemanagement-Software macht Fortschritte messbar und sichtbar. Die Software von Global Changer ermöglicht es, Emissionen zu überwachen, Maßnahmen zu planen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen zu verteilen.

Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie integrieren

Einzelmaßnahmen sind wichtig, entfalten aber erst ihre volle Wirkung, wenn sie Teil einer langfristigen Strategie werden. Dazu gehört zunächst die Entwicklung einer klaren Roadmap: von der Erstellung einer CO₂-Bilanz über die Definition von Reduktionszielen bis hin zur Umsetzung und Messung.

Entscheidend ist dabei die Einbindung aller relevanten Stakeholder. Nur wenn Investor:innen, Kund:innen, Lieferanten und vor allem die Mitarbeitenden überzeugt sind, kann eine Transformation gelingen. Green Teams, die aus unterschiedlichen Abteilungen zusammengesetzt sind, haben sich als wirksames Instrument erwiesen. Sie bündeln Expertise, entwickeln Ideen und tragen zur Verankerung einer Nachhaltigkeitskultur bei.

Ein zentrales Element jeder Strategie ist die Festlegung wissenschaftsbasierter Ziele. Die SBTi (Science Based Targets initiative) bietet hier einen international anerkannten Rahmen. Unternehmen verpflichten sich, ihre Ziele so zu formulieren, dass sie im Einklang mit den Klimazielen stehen. Mehr dazu finden Sie im Beitrag SBTi einfach erklärt.

Die Umsetzung erfordert kontinuierliches Monitoring und transparentes Reporting. Hier schließt sich der Kreis zur CSRD: Sie verpflichtet Unternehmen, Fortschritte offenzulegen und nachprüfbar zu dokumentieren. Die CSRD ist das entscheidende Regelwerk, das die Richtung vorgibt und Unternehmen langfristig auf Klimaneutralität ausrichtet.

Die Reduktion von CO₂-Emissionen ist nicht nur ein ökologischer Imperativ, sondern auch ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Wer frühzeitig handelt, spart Kosten, gewinnt neue Kund:innen und stärkt die eigene Resilienz. Strategische Grundlagen wie die CSRD bilden den Rahmen, praxisnahe Maßnahmen liefern den direkten Einstieg.


Wir organiseren Ihren Dekarbonisierungsprozess. Hier klicken, um ein Gespräch zu vereinbaren.


Häufig gestellte Fragen

Wie können Unternehmen CO₂ reduzieren?
Es gibt viele Ansatzpunkte, um Emissionen zu senken. Häufig beginnen Unternehmen mit der Umstellung auf erneuerbare Energien, effizienterer Energienutzung in Gebäuden und Prozessen sowie einer nachhaltigen Gestaltung der Lieferkette. Auch die Reduzierung von Geschäftsreisen, die Förderung klimafreundlicher Mobilität wie Jobtickets oder Fahrradleasing und Investitionen in CO₂-Ausgleichsmaßnahmen tragen dazu bei. Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz, der kurzfristige Maßnahmen mit einer langfristigen Strategie verbindet.

Warum sollten Unternehmen CO₂-Reduktion priorisieren?
Die Dringlichkeit ist hoch: Der IPCC warnt, dass die Erderwärmung von 2 °C bis Mitte des Jahrhunderts überschritten wird, wenn Emissionen nicht deutlich sinken. Für Unternehmen bedeutet das: Wer früh handelt, senkt nicht nur Risiken, sondern gewinnt handfeste Vorteile. Dazu gehören geringere Energiekosten, höhere Resilienz gegenüber Markt- und Preisrisiken sowie ein besseres Standing bei Kund:innen, Investor:innen und Fachkräften. CO₂-Reduktion ist damit sowohl ein Beitrag zum Klimaschutz als auch ein zentraler Erfolgsfaktor für die eigene Zukunftsfähigkeit.

Welche Vorteile bringt CO₂-Reduktion für Unternehmen?
Die Vorteile sind vielfältig. Kurzfristig lassen sich Energiekosten und Betriebsausgaben reduzieren. Gleichzeitig steigt die Attraktivität als Arbeitgeber, da Nachhaltigkeit für viele Mitarbeitende ein entscheidender Faktor ist. Unternehmen, die Nachhaltigkeit konsequent in ihre Strategie integrieren, fördern außerdem Innovationen und Zusammenarbeit im Unternehmen. Studien zeigen, dass Firmen mit klarer Nachhaltigkeitsagenda doppelt so häufig neue Geschäftschancen erschließen.

Welche Rolle spielt die CSRD?
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist der wichtigste regulatorische Rahmen für Unternehmen in der EU. Sie verpflichtet zu einer detaillierten Berichterstattung über Emissionen, Klimaziele und Fortschritte nach den ESRS-Standards. Damit wird CO₂-Reduktion nicht nur eine freiwillige Maßnahme, sondern zur gesetzlichen Pflicht. Wer die Anforderungen erfüllt, profitiert zudem von mehr Transparenz, besserer Vergleichbarkeit und einem klaren Fahrplan hin zu Klimaneutralität.

Welche Maßnahmen lassen sich schnell umsetzen?
Einige Maßnahmen erfordern keine großen Investitionen, wirken aber sofort. Dazu zählen der Wechsel auf LED-Beleuchtung, die Absenkung der Raumtemperatur, die Einführung von Jobtickets oder die Förderung von Remote-Arbeit. Auch die Digitalisierung von Dokumentenprozessen oder ein strukturierter Wartungsplan für Maschinen und Anlagen tragen unmittelbar zur CO₂-Reduktion bei. Diese Schritte sind besonders geeignet, um kurzfristig Einsparungen zu erzielen und erste Erfolge sichtbar zu machen.

Wie gelingt der Umstieg auf erneuerbare Energien?
Unternehmen können zunächst auf Ökostrom umstellen, was meist unkompliziert über den Energieversorger möglich ist. Größere Effekte bringt die eigene Erzeugung erneuerbarer Energie, beispielsweise durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Ergänzend können Batteriespeicher genutzt werden, um überschüssige Energie zu speichern und später einzusetzen. So wird der Betrieb unabhängiger von schwankenden Energiepreisen, die CO₂-Bilanz verbessert sich erheblich, und Unternehmen leisten einen messbaren Beitrag zur Energiewende.

Quellenverzeichnis

IPCC: Summary for Policymakers – Global Warming of 1.5°C (2018)
https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/sites/2/2022/06/SR15_Full_Report_LR.pdf

Our World in Data: Greenhouse Gas Emissions by Sector (2023)
https://ourworldindata.org/ghg-emissions-by-sector

Stanford Social Innovation Review: Engaging Employees to Create a Sustainable Business (2023)
https://ssir.org/articles/entry/engaging_employees_to_create_a_sustainable_business

Greenpeace: Arbeiten nach Corona – Warum Homeoffice gut fürs Klima ist (2020)
https://www.greenpeace.de/publikationen/arbeiten-nach-corona-warum-homeoffice-gut-fuers-klima-ist

EFRAG: VSME Standard (2024)
https://www.efrag.org/sites/default/files/sites/webpublishing/SiteAssets/VSME%20Standard.pdf

Greenpeace: Klimaschutz im Kleinraumbüro (2023)
https://www.greenpeace.de/klimaschutz/mobilitaet/klimaschutz-kleinraumbuero#:~:text=Dateigr%C3%B6%C3%9Fe%3A%203.97%20MB-,Herunterladen,-Jetzt%20teilen%3A

CDP: Environmental supply chain risks to cost companies $120 billion by 2026 (2021)
https://www.cdp.net/en/press-releases/environmental-supply-chain-risks-to-cost-companies-120-billion-by-2026

Citadini de Oliveira, C.; Catão Martins Vaz, I.; & Ghisi, E.: Retrofit strategies to improve energy efficiency in buildings: An integrative review (2024)
https://doi.org/10.1016/j.enbuild.2024.114624

McDougall, N.; & Davis, A.: The local supply chain during disruption: Establishing resilient networks for the future (2024)
https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2024.142743

IPCC: Summary for Policymakers. In: Global Warming of 1.5°C (2018)
https://doi.org/10.1017/9781009157940.001

Kotz, M.; Levermann, A.; & Wenz, L.: The economic commitment of climate change (2024)
https://doi.org/10.1038/s41586-024-07219-0

Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern längst Realität. Extreme Wetterereignisse, Hitzerekorde und schmelzende Gletscher verdeutlichen, dass gehandelt werden muss. Nur durch schnelle, tiefgreifende und anhaltende Reduktionen der Treibhausgasemissionen kann das 1,5- oder zumindest das 2-Grad-Ziel noch eingehalten werden (IPCC, 2018). Klimaschutz ist damit nicht mehr nur eine Option, sondern eine dringende Notwendigkeit – für die Gesellschaft ebenso wie für die Wirtschaft. Wer seine Emissionen reduziert, trägt aktiv zum Erreichen der Klimaziele bei und sichert zugleich die eigene Zukunftsfähigkeit.

Dieser Artikel zeigt, warum die Reduktion von CO₂-Emissionen für Unternehmen unverzichtbar ist, wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen auswirken und welche zehn praxiserprobten Tipps direkt umgesetzt werden können. Außerdem geht es darum, wie Klimaschutz langfristig in die Unternehmensstrategie integriert wird. Damit erhalten Unternehmen sowohl fundiertes Hintergrundwissen als auch konkrete Ansätze für den Einstieg in eine umfassende Klimastrategie.

Grundlagen der CO₂-Reduktion

Warum Unternehmen jetzt handeln müssen

Die Ursachen von CO₂-Emissionen in Unternehmen sind vielfältig. Sie entstehen nicht nur durch den direkten Energieverbrauch in Gebäuden und Produktionsanlagen, sondern auch durch Mobilität, Geschäftsreisen, Abfall, Beschaffung und vor allem in der Lieferkette. Studien zeigen, dass der Energiesektor mit über 70 Prozent der weltweiten Emissionen dominiert, während Landwirtschaft, Industrie und Abfallwirtschaft weitere große Anteile verursachen (Our World in Data, 2023). Unternehmen haben dadurch zahlreiche Stellschrauben, an denen sie ansetzen können – und sie tragen eine besondere Verantwortung, weil ihre Aktivitäten direkte und indirekte Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt haben.

Es geht dabei nicht allein um ökologische Verantwortung. Wissenschaftliche Analysen verdeutlichen, dass die Kosten künftiger Klimaschäden ein Vielfaches höher sein werden als die Investitionen, die heute für wirksame Emissionsminderungen erforderlich sind. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bis 2050 enorme Schäden auf die Weltwirtschaft zukommen, wenn nicht entschieden gehandelt wird. Investitionen in Klimaschutz sind daher langfristig deutlich günstiger als Untätigkeit und bewahren zugleich vor noch gravierenderen Folgen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts (Kotz et al., 2024). Wer seine Emissionen reduziert, spart darüber hinaus Kosten im laufenden Betrieb, vermeidet Risiken und stärkt die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Schon kleine Veränderungen, wie die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad, können den Energieverbrauch um etwa sechs Prozent verringern. Im größeren Maßstab sind Investitionen in erneuerbare Energien oder eine nachhaltige Lieferkette entscheidend, um dauerhaft erfolgreich zu bleiben.

Vorteile von Klimaschutzmaßnahmen

Klimaschutz lohnt sich aus mehreren Perspektiven. Unternehmen, die CO₂ reduzieren, profitieren von geringeren Energiekosten, stabileren Lieferketten und einer höheren Resilienz gegenüber Preisschwankungen. Gleichzeitig verbessern sie ihr Image bei Kund:innen, Investor:innen und (potentiellen) Mitarbeitenden. Studien belegen, dass mehr als die Hälfte der Arbeitnehmenden ungern für ein Unternehmen arbeiten würde, das sich nicht ernsthaft für ökologische Belange einsetzt (Stanford Social Innovation Review, 2023). Nachhaltigkeit ist damit nicht nur ein moralischer Imperativ, sondern auch ein Instrument zur Fachkräftesicherung.

Darüber hinaus eröffnen sich neue Geschäftschancen: Unternehmen, die innovative, klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen entwickeln, positionieren sich als Vorreiter und sichern sich Wettbewerbsvorteile. Klimaschutz wirkt also auf drei Ebenen: ökologisch, ökonomisch und sozial.

CO₂ und CO₂e: Grundlagen für die Bilanzierung

Um Emissionen zu reduzieren, müssen Unternehmen zunächst verstehen, wo sie entstehen. In der Praxis wird häufig von „CO₂“ gesprochen, korrekt ist jedoch der Begriff CO₂e (CO₂-Äquivalente). Er umfasst nicht nur Kohlendioxid, sondern auch andere Treibhausgase wie Methan oder Lachgas, die ein deutlich höheres Treibhauspotenzial haben (IPCC, 2018).

Die Bilanzierung erfolgt nach sogenannten Scopes:

  • Scope 1: Direkte Emissionen, etwa durch Heizungen, eigene Fahrzeuge oder Produktionsanlagen.

  • Scope 2: Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie wie Strom oder Fernwärme.

  • Scope 3: Weitere indirekte Emissionen, zum Beispiel aus der Lieferkette, Geschäftsreisen oder der Nutzung von Produkten.

Gerade Scope 3 macht oft den größten Anteil aus, ist aber auch am schwierigsten zu erfassen. Unternehmen sollten deshalb eine umfassende CO₂-Bilanz erstellen, die alle Scopes berücksichtigt. Moderne Lösungen wie die Software von Global Changer erleichtern diese Aufgabe und bieten eine solide Grundlage für Reduktionsmaßnahmen.


Um mehr über die Software von Global Changer zu erfahren, hier klicken und Termin vereinbaren.


Regulatorischer Rahmen: Warum die CSRD zentral ist

Die regulatorischen Anforderungen an Unternehmen steigen rasant. Besonders relevant ist die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive), die in der Europäischen Union gilt. Sie verpflichtet immer mehr Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsleistungen transparent darzustellen – und zwar nicht nur grob, sondern nach detaillierten Standards, den sogenannten ESRS (European Sustainability Reporting Standards).

Die CSRD verlangt, dass Unternehmen ihre Emissionen umfassend erfassen, klare Reduktionsziele formulieren und Fortschritte nachvollziehbar berichten. Sie ist eng mit der EU-Taxonomie verzahnt, die definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als nachhaltig gelten. Damit ist die CSRD der zentrale Rahmen, an dem sich Unternehmen orientieren müssen. Sie geht weit über freiwillige Initiativen hinaus und macht Nachhaltigkeitsberichterstattung zu einer Pflicht.

Wer sich im Detail mit der Umsetzung der CSRD beschäftigen möchte, findet im CSRD-Omnibus-Artikel von Global Changer eine hilfreiche Übersicht zu den wichtigsten Neuerungen und Herausforderungen.

Ein ergänzendes und von der EU ausdrücklich empfohlenes Regelwerk ist der VSME (Voluntary Standard for SMEs), der speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurde, die nicht direkt unter die CSRD fallen, aber dennoch ein strukturiertes ESG-Reporting umsetzen möchten. Der Standard ist freiwillig, orientiert sich jedoch an den ESRS und bietet eine vereinfachte Struktur für Nachhaltigkeitsberichte. Er ermöglicht Unternehmen eine schrittweise Annäherung an die CSRD-Anforderungen und ist zugleich kompatibel mit Lieferkettenanforderungen großer Unternehmen (EFRAG, 2024).

Zehn praxisnahe Tipps zur CO₂-Reduktion

Strategische Rahmenbedingungen sind wichtig, aber ohne konkrete Maßnahmen bleiben sie abstrakt. Deshalb lohnt es sich, auf Ebene des Arbeitsalltags anzusetzen. Die folgenden zehn Tipps zeigen, wie Unternehmen Emissionen direkt senken können – praxisnah und vielfach erprobt.

1. Nachhaltige Beschaffung

Die Lieferkette ist in vielen Unternehmen der größte Emissionstreiber (CDP, 2021). Durch die Auswahl nachhaltiger Lieferanten, die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und die Verlagerung auf regionale Partner können Emissionen erheblich reduziert werden. Zudem steigt die Resilienz, da regionale Lieferketten oft stabiler sind (McDougall & Davis, 2024).

2. Abfall vermeiden und recyceln

Ein wirksames Abfallmanagement verbessert nicht nur die Umweltbilanz, sondern spart auch Kosten. Digitale Dokumentenprozesse verringern den Papierverbrauch, während Recyclingprogramme und Zero-Waste-Initiativen zusätzliche Effekte bringen. Auch wenn diese Maßnahmen weniger spektakulär wirken, tragen sie zu einer nachhaltigen Unternehmenskultur bei.

3. Grünes Pendeln fördern

Mobilität verursacht erhebliche Emissionen. Unternehmen können gegensteuern, indem sie Mitarbeitenden Jobtickets für den öffentlichen Nahverkehr anbieten, Fahrradleasing-Modelle etablieren oder Carsharing fördern. Flexible Arbeitszeitmodelle und die Wahl eines gut angebundenen Standorts tragen ebenfalls zur Reduzierung des Pendelverkehrs bei (Greenpeace, 2023).

4. Gebäude energetisch optimieren

Die Verbesserung der Gebäudeisolierung zählt zu den effektivsten Hebeln. Bereits kleine Maßnahmen wie die Installation intelligenter Thermostate können den Energieverbrauch deutlich senken. Bei Neubauten sollte von Anfang an auf hohe Standards geachtet werden, bei Bestandsgebäuden lohnen sich Sanierungen (Citadini de Oliveira et al., 2024).

5. Regelmäßige Wartung

Viele Emissionen entstehen durch ineffiziente Anlagen. Leckagen in Druckluftsystemen oder schlecht gewartete Maschinen führen zu Energieverlusten. Ein strukturierter Wartungsplan verlängert die Lebensdauer von Geräten, senkt die Betriebskosten und reduziert Emissionen.

6. Remote-Arbeit ermöglichen

Homeoffice ist nicht nur ein Flexibilitätsfaktor, sondern auch eine wirksame Maßnahme zur Emissionsreduktion. Schon wenn 25 % Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland einen Tag pro Woche von zu Hause aus arbeiten, lassen sich jährlich 1,6 Millionen Tonnen CO₂ einsparen (Greenpeace, 2020). Unternehmen profitieren gleichzeitig von zufriedeneren Mitarbeitenden.

7. Bewusstsein schaffen und schulen

Technische Maßnahmen allein reichen nicht aus. Nur wenn Mitarbeitende über die Bedeutung von Nachhaltigkeit informiert sind und aktiv eingebunden werden, entfalten Initiativen ihre volle Wirkung. Schulungen, Workshops und die Einbindung in Entscheidungsprozesse helfen, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen (Stanford Social Innovation Review, 2023).

8. Geschäftsreisen reduzieren

Flugreisen sind ein erheblicher Emissionstreiber. Unternehmen sollten prüfen, ob Videokonferenzen, Bahnfahrten oder Fernbusse Alternativen bieten. Auf internationalen Flügen ist die Wahl der Economy Class deutlich klimafreundlicher.

9. LED-Beleuchtung einsetzen

Der Umstieg auf LED-Beleuchtung spart bis zu 40 Prozent Energie im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtstoffröhren. LEDs sind langlebiger, wartungsärmer und frei von Quecksilber, wodurch sie auch gesundheitliche Vorteile bieten.

10. Energiemanagement digitalisieren

Die Einführung einer Energiemanagement-Software macht Fortschritte messbar und sichtbar. Die Software von Global Changer ermöglicht es, Emissionen zu überwachen, Maßnahmen zu planen und Verantwortlichkeiten im Unternehmen zu verteilen.

Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie integrieren

Einzelmaßnahmen sind wichtig, entfalten aber erst ihre volle Wirkung, wenn sie Teil einer langfristigen Strategie werden. Dazu gehört zunächst die Entwicklung einer klaren Roadmap: von der Erstellung einer CO₂-Bilanz über die Definition von Reduktionszielen bis hin zur Umsetzung und Messung.

Entscheidend ist dabei die Einbindung aller relevanten Stakeholder. Nur wenn Investor:innen, Kund:innen, Lieferanten und vor allem die Mitarbeitenden überzeugt sind, kann eine Transformation gelingen. Green Teams, die aus unterschiedlichen Abteilungen zusammengesetzt sind, haben sich als wirksames Instrument erwiesen. Sie bündeln Expertise, entwickeln Ideen und tragen zur Verankerung einer Nachhaltigkeitskultur bei.

Ein zentrales Element jeder Strategie ist die Festlegung wissenschaftsbasierter Ziele. Die SBTi (Science Based Targets initiative) bietet hier einen international anerkannten Rahmen. Unternehmen verpflichten sich, ihre Ziele so zu formulieren, dass sie im Einklang mit den Klimazielen stehen. Mehr dazu finden Sie im Beitrag SBTi einfach erklärt.

Die Umsetzung erfordert kontinuierliches Monitoring und transparentes Reporting. Hier schließt sich der Kreis zur CSRD: Sie verpflichtet Unternehmen, Fortschritte offenzulegen und nachprüfbar zu dokumentieren. Die CSRD ist das entscheidende Regelwerk, das die Richtung vorgibt und Unternehmen langfristig auf Klimaneutralität ausrichtet.

Die Reduktion von CO₂-Emissionen ist nicht nur ein ökologischer Imperativ, sondern auch ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Wer frühzeitig handelt, spart Kosten, gewinnt neue Kund:innen und stärkt die eigene Resilienz. Strategische Grundlagen wie die CSRD bilden den Rahmen, praxisnahe Maßnahmen liefern den direkten Einstieg.


Wir organiseren Ihren Dekarbonisierungsprozess. Hier klicken, um ein Gespräch zu vereinbaren.


Häufig gestellte Fragen

Wie können Unternehmen CO₂ reduzieren?
Es gibt viele Ansatzpunkte, um Emissionen zu senken. Häufig beginnen Unternehmen mit der Umstellung auf erneuerbare Energien, effizienterer Energienutzung in Gebäuden und Prozessen sowie einer nachhaltigen Gestaltung der Lieferkette. Auch die Reduzierung von Geschäftsreisen, die Förderung klimafreundlicher Mobilität wie Jobtickets oder Fahrradleasing und Investitionen in CO₂-Ausgleichsmaßnahmen tragen dazu bei. Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz, der kurzfristige Maßnahmen mit einer langfristigen Strategie verbindet.

Warum sollten Unternehmen CO₂-Reduktion priorisieren?
Die Dringlichkeit ist hoch: Der IPCC warnt, dass die Erderwärmung von 2 °C bis Mitte des Jahrhunderts überschritten wird, wenn Emissionen nicht deutlich sinken. Für Unternehmen bedeutet das: Wer früh handelt, senkt nicht nur Risiken, sondern gewinnt handfeste Vorteile. Dazu gehören geringere Energiekosten, höhere Resilienz gegenüber Markt- und Preisrisiken sowie ein besseres Standing bei Kund:innen, Investor:innen und Fachkräften. CO₂-Reduktion ist damit sowohl ein Beitrag zum Klimaschutz als auch ein zentraler Erfolgsfaktor für die eigene Zukunftsfähigkeit.

Welche Vorteile bringt CO₂-Reduktion für Unternehmen?
Die Vorteile sind vielfältig. Kurzfristig lassen sich Energiekosten und Betriebsausgaben reduzieren. Gleichzeitig steigt die Attraktivität als Arbeitgeber, da Nachhaltigkeit für viele Mitarbeitende ein entscheidender Faktor ist. Unternehmen, die Nachhaltigkeit konsequent in ihre Strategie integrieren, fördern außerdem Innovationen und Zusammenarbeit im Unternehmen. Studien zeigen, dass Firmen mit klarer Nachhaltigkeitsagenda doppelt so häufig neue Geschäftschancen erschließen.

Welche Rolle spielt die CSRD?
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist der wichtigste regulatorische Rahmen für Unternehmen in der EU. Sie verpflichtet zu einer detaillierten Berichterstattung über Emissionen, Klimaziele und Fortschritte nach den ESRS-Standards. Damit wird CO₂-Reduktion nicht nur eine freiwillige Maßnahme, sondern zur gesetzlichen Pflicht. Wer die Anforderungen erfüllt, profitiert zudem von mehr Transparenz, besserer Vergleichbarkeit und einem klaren Fahrplan hin zu Klimaneutralität.

Welche Maßnahmen lassen sich schnell umsetzen?
Einige Maßnahmen erfordern keine großen Investitionen, wirken aber sofort. Dazu zählen der Wechsel auf LED-Beleuchtung, die Absenkung der Raumtemperatur, die Einführung von Jobtickets oder die Förderung von Remote-Arbeit. Auch die Digitalisierung von Dokumentenprozessen oder ein strukturierter Wartungsplan für Maschinen und Anlagen tragen unmittelbar zur CO₂-Reduktion bei. Diese Schritte sind besonders geeignet, um kurzfristig Einsparungen zu erzielen und erste Erfolge sichtbar zu machen.

Wie gelingt der Umstieg auf erneuerbare Energien?
Unternehmen können zunächst auf Ökostrom umstellen, was meist unkompliziert über den Energieversorger möglich ist. Größere Effekte bringt die eigene Erzeugung erneuerbarer Energie, beispielsweise durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern. Ergänzend können Batteriespeicher genutzt werden, um überschüssige Energie zu speichern und später einzusetzen. So wird der Betrieb unabhängiger von schwankenden Energiepreisen, die CO₂-Bilanz verbessert sich erheblich, und Unternehmen leisten einen messbaren Beitrag zur Energiewende.

Quellenverzeichnis

IPCC: Summary for Policymakers – Global Warming of 1.5°C (2018)
https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/sites/2/2022/06/SR15_Full_Report_LR.pdf

Our World in Data: Greenhouse Gas Emissions by Sector (2023)
https://ourworldindata.org/ghg-emissions-by-sector

Stanford Social Innovation Review: Engaging Employees to Create a Sustainable Business (2023)
https://ssir.org/articles/entry/engaging_employees_to_create_a_sustainable_business

Greenpeace: Arbeiten nach Corona – Warum Homeoffice gut fürs Klima ist (2020)
https://www.greenpeace.de/publikationen/arbeiten-nach-corona-warum-homeoffice-gut-fuers-klima-ist

EFRAG: VSME Standard (2024)
https://www.efrag.org/sites/default/files/sites/webpublishing/SiteAssets/VSME%20Standard.pdf

Greenpeace: Klimaschutz im Kleinraumbüro (2023)
https://www.greenpeace.de/klimaschutz/mobilitaet/klimaschutz-kleinraumbuero#:~:text=Dateigr%C3%B6%C3%9Fe%3A%203.97%20MB-,Herunterladen,-Jetzt%20teilen%3A

CDP: Environmental supply chain risks to cost companies $120 billion by 2026 (2021)
https://www.cdp.net/en/press-releases/environmental-supply-chain-risks-to-cost-companies-120-billion-by-2026

Citadini de Oliveira, C.; Catão Martins Vaz, I.; & Ghisi, E.: Retrofit strategies to improve energy efficiency in buildings: An integrative review (2024)
https://doi.org/10.1016/j.enbuild.2024.114624

McDougall, N.; & Davis, A.: The local supply chain during disruption: Establishing resilient networks for the future (2024)
https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2024.142743

IPCC: Summary for Policymakers. In: Global Warming of 1.5°C (2018)
https://doi.org/10.1017/9781009157940.001

Kotz, M.; Levermann, A.; & Wenz, L.: The economic commitment of climate change (2024)
https://doi.org/10.1038/s41586-024-07219-0