Science-Based-Targets Initiative (SBTi): Ziele, Prozess und Reduktionspfad
Gesetze und Richtlinien
Die Science-Based-Targets Initiative (SBTi) legt fest, wie Unternehmen ihre Emissionsreduktionsziele wissenschaftlich fundiert nach dem 1,5-Grad-Pfad des Pariser Abkommens definieren. Dieser Beitrag erklärt den Corporate Net-Zero Standard, den Validierungsprozess, die Regelungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie die wesentlichen Änderungen durch den am 11. Juni 2026 veröffentlichten finalen Corporate Net-Zero Standard V2.0, der ab dem 1. Februar 2028 für neue Zielsetzungen verbindlich wird.
Was ist die Science-Based-Targets Initiative?
Die Science-Based-Targets Initiative ist eine gemeinsame Initiative von CDP, UN Global Compact, We Mean Business Coalition, World Resources Institute (WRI) und World Wide Fund for Nature (WWF), gegründet 2015. Sie entwickelt Standards, Tools und Guidance, nach denen Unternehmen Klimaziele setzen können, die mit dem 1,5-Grad-Pfad des Pariser Abkommens vereinbar sind. Bis Juni 2026 haben weltweit mehr als 11.000 Unternehmen und Finanzinstitute SBTi-validierte Ziele gesetzt – sie repräsentieren rund 41 Prozent der globalen Marktkapitalisierung. Zentrales Rahmenwerk ist der Corporate Net-Zero Standard, der sowohl kurzfristige Reduktionsziele (5 bis 10 Jahre) als auch langfristige Netto-Null-Ziele bis spätestens 2050 definiert.
Wie viele Unternehmen haben bereits SBTi-Ziele?
Die Zahl validierter Unternehmen ist 2025 um 40 Prozent auf 9.764 gestiegen (Stand Ende 2025), die Zahl validierter Netto-Null-Ziele sogar um 61 Prozent. Im Januar 2026 wurde die Marke von 10.000 validierten Unternehmen überschritten; bis zur Veröffentlichung von V2.0 im Juni 2026 zählt die SBTi mehr als 11.000 Unternehmen und Finanzinstitute. Besonders bemerkenswert ist die Dynamik in Asien: Dort stieg die Zahl validierter Unternehmen im Jahr 2025 um 53 Prozent und erreichte damit fast den europäischen Zuwachs. Japan führt mit über 2.000 validierten Unternehmen weltweit, gefolgt von Großbritannien, den USA und China. In Europa ist die Durchdringung in Leitindizes wie CAC 40, DAX 40 und FTSE 100 besonders hoch – für börsennotierte deutsche Industrieunternehmen sind SBTi-Ziele damit faktisch zum Marktstandard geworden.
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SBTi und das Pariser Abkommen: Kriterien und Nutzen für Unternehmen
Das Pariser Abkommen verpflichtet die Staatengemeinschaft, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad – idealerweise 1,5 Grad – gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die SBTi übersetzt dieses Ziel in methodische Anforderungen für Unternehmen. Maßgeblich sind der Cross-Sector-Pathway nach dem Absolute Contraction Approach sowie sektorspezifische Pfade nach der Sectoral Decarbonization Approach-Methodik. Grundlage der Bilanzierung ist das Greenhouse Gas Protocol, das Scope 1, Scope 2 und Scope 3 definiert. Eine Übersicht der drei Bilanzierungsebenen bietet unser Glossar zu Scope 1, 2 und 3 erklärt.
Wissenschaftsbasierte Ziele zahlen sich für Unternehmen auf mehreren Ebenen aus. Sie senken Kosten durch Energieeffizienz und erleichtern den Zugang zu Kapital, da Investoren und Banken zunehmend klimabezogene Kennzahlen in ihre Finanzierungsentscheidungen einbeziehen. Eine Studie der Europäischen Zentralbank zeigt, dass Banken, die sich der SBTi angeschlossen haben, Unternehmen mit Emissionsreduktionszielen niedrigere Zinssätze berechnen als Unternehmen ohne solche Ziele. Sie stärken Reputation und Glaubwürdigkeit gegenüber Kund:innen, Investor:innen und Talenten, treiben Innovationen entlang der Wertschöpfungskette an und reduzieren regulatorische Risiken im Kontext der ESRS und der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Wie funktioniert die Science-Based-Targets Initiative?
Der SBTi-Prozess führt Unternehmen in fünf Schritten zu wissenschaftlich fundierten Klimazielen. Im ersten Schritt geht das Unternehmen eine öffentliche Verpflichtung (Commitment Letter) ein und signalisiert damit die Absicht, SBTi-konforme Ziele zu entwickeln. Im zweiten Schritt werden die Emissionen über alle relevanten Scopes erfasst und ein Basisjahr festgelegt. Im dritten Schritt definiert das Unternehmen kurzfristige Reduktionsziele (5 bis 10 Jahre) sowie langfristige Netto-Null-Ziele bis spätestens 2050. Im vierten Schritt werden die Ziele bei SBTi Services zur unabhängigen Validierung eingereicht und gegen die aktuellen Kriterien geprüft. Im fünften Schritt berichten Unternehmen jährlich öffentlich über ihre Fortschritte und passen ihre Maßnahmen an. Nach der Validierung verpflichten sich Unternehmen außerdem, die Ziele innerhalb von sechs Monaten öffentlich zu kommunizieren.
Kurzfristige vs. langfristige SBTi-Ziele
Kurz- und langfristige SBTi-Ziele bilden ein Zweistufensystem. Die kurzfristigen Ziele erzwingen sofortiges Handeln mit einem Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren. Die jährliche Mindestreduktion richtet sich seit dem ACA-Update vom April 2026 nicht mehr nach einem festen Satz, sondern wird dynamisch berechnet: Der Absolute Contraction Approach (ACA) passt die erforderliche Jahresrate an die verbleibende Zeit zwischen dem gewählten Basisjahr und dem Netto-Null-Zieldatum des Unternehmens an. Die absolute Untergrenze von 4,2 Prozent pro Jahr bleibt dabei weiterhin in Kraft.
Die folgenden Abdeckungsschwellen gelten für Ziele nach Version 1.3.1: Eine kurzfristige Zielsetzung muss mindestens 95 Prozent der Scope-1- und Scope-2-Emissionen abdecken. Liegen die Scope-3-Emissionen bei mehr als 40 Prozent der Gesamtemissionen, muss zusätzlich ein Scope-3-Ziel gesetzt werden, das mindestens 67 Prozent dieser Emissionen abdeckt. Mit V2.0 ändert sich diese Logik (siehe Abschnitt zu V2.0). Die langfristigen Ziele definieren das Endziel: mindestens 90 Prozent Reduktion über alle Scopes bis spätestens 2050, verbleibende Restemissionen werden durch dauerhafte Kohlenstoffentnahme neutralisiert. Beide Zielebenen müssen gemeinsam eingereicht werden.
Wie können kleine und mittlere Unternehmen SBTi-Ziele setzen?
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 500 Mitarbeitenden können zwischen zwei Wegen wählen. Der vereinfachte KMU-Ansatz (SBTi Small and Medium Enterprises Route) bietet ein standardisiertes Zielverfahren mit vordefinierten Ambitionsniveaus: mindestens 42 Prozent Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 gegenüber einem aktuellen Basisjahr, Scope-3-Emissionen müssen nicht quantitativ reduziert, aber gemessen und gemanagt werden. Der reguläre Weg steht ebenfalls offen und ist für Unternehmen sinnvoll, deren Scope-3-Emissionen einen hohen Anteil am Gesamtfußabdruck ausmachen. Der KMU-Ansatz verkürzt den Validierungsprozess erheblich und senkt die Kosten.
Corporate Net-Zero Standard V2.0: die wichtigsten Änderungen
Am 11. Juni 2026 hat die SBTi die finale Version 2.0 des Corporate Net-Zero Standard veröffentlicht. Sie verschiebt den Fokus von der Zielsetzung auf die Umsetzung, trennt die Ziele für Scope 1, 2 und 3 und führt mit der Ongoing Emissions Responsibility ein neues Rahmenwerk für laufende Emissionen ein. Verbindlich wird V2.0 für neue Zielsetzungen ab dem 1. Februar 2028.
Für den Übergang gelten klare Fristen. Unternehmen können bis zum 31. Januar 2028 weiterhin Ziele nach Version 1.3.1 (Corporate Near-Term Criteria v5.3.1) einreichen; für Zielsetzungen im Jahr 2026 empfiehlt die SBTi ausdrücklich diesen Weg. Ab dem ersten Quartal 2027 ist die freiwillige Einreichung nach V2.0 über das Validierungsportal möglich. Ab dem 1. Februar 2028 sind alle neuen Zielsetzungen verpflichtend nach V2.0 vorzunehmen. Bereits validierte Near-Term-Ziele bleiben bis zum Ende ihres Zeithorizonts oder bis zum Auslösen der verpflichtenden Fünfjahres-Überprüfung gültig, je nachdem, was früher eintritt. Eine ausführliche Darstellung des finalen Standards bietet die offizielle SBTi-Seite zum Corporate Net-Zero Standard V2.0.
V2.0 folgt einer klaren Umsetzungshierarchie aus drei Säulen. Zuerst steht die tiefe Emissionsreduktion entlang eines wissenschaftsbasierten Pfads über alle Scopes; sie bleibt das Fundament. Ergänzend adressiert die Ongoing Emissions Responsibility (OER) die laufenden Emissionen während der Transition und führt die bisherige Beyond Value Chain Mitigation, Removals und Neutralisierung in einem Rahmenwerk zusammen. Am Zieljahr neutralisieren Unternehmen ihre verbleibenden Restemissionen durch dauerhafte Kohlenstoffentnahme.
Bereich | Änderung in V2.0 (final, Juni 2026) |
|---|---|
Scope 1 & 2 | Vollständig getrennte Ziele. Für Scope 1 stehen drei Methoden zur Wahl (Absolute Contraction, sektorspezifische Intensität, Asset-Transition). Für Scope 2 ist neben der absoluten Reduktion ein Low-Carbon-Electricity-Alignment-Ziel mit einem Schwellenwert von 0,048 kg CO₂e/kWh möglich; große Stromverbraucher müssen ihre stundengenaue Deckung berichten, bei mehr als 20 Prozent jährlichem Verbrauchsanstieg ist ein absolutes Reduktionsziel verpflichtend. |
Scope 3 | Die pauschale 67-Prozent-Quote entfällt. Ziele werden pro Kategorie gesetzt; alle Kategorien mit mehr als 5 Prozent Anteil an den gesamten Scope-3-Emissionen müssen adressiert werden. Das Methodenmenü wird erweitert (u. a. Intensitätsziele, Supplier-/Customer-Alignment, Volumen- und Produkt-Alignment). |
Basisjahr & Inventar | Ziele basieren auf dem aktuellsten Emissionsjahr und auf der physischen (nicht marktbasierten) Bilanz. Marktinstrumente dienen dem Nachweis des Zielfortschritts. |
Ongoing Emissions Responsibility (OER) | Ersetzt die BVCM-Guidance. Freiwilliges Anerkennungsprogramm mit drei Stufen (Engaged, Advanced, Leadership). Ab 2035 wird die Verantwortung für laufende Emissionen für Kategorie-A-Unternehmen verpflichtend: 1 Prozent des Scope-1–3-Fußabdrucks ab 2035, linear steigend auf 100 Prozent im Netto-Null-Jahr. |
Unternehmenskategorien | Neue Einteilung in Kategorie A und Kategorie B nach Größe und Geografie (Klassifizierung nach Einkommensgruppen der Weltbank). Kategorie A (grob: ab rund 1.000 Mitarbeitenden bzw. 450 Mio. EUR Umsatz, mit niedrigeren Schwellen in einkommensstarken Ländern) trägt die strengsten Pflichten. |
Climate Transition Plan | Verpflichtender Transitionsplan für Kategorie-A-Unternehmen, fällig innerhalb von 15 Monaten nach der Validierung. Er dokumentiert die operative Umsetzung. |
Best-Efforts-Prinzip | Ziele gelten als auf Best-Efforts-Basis gesetzt. Unternehmen, die ihre Ziele trotz nachweislicher Anstrengungen verfehlen, können im SBTi-Rahmenwerk bleiben, sofern sie transparent über Umsetzungshürden und Gegenmaßnahmen berichten. |
Validierung & Assurance | Jährliche Berichterstattung der Scope-1+2-Bilanz, am Ende eines Fünfjahreszyklus ergänzt um eine vollständige Scope-1–3-Bilanz. Anforderungen an Reporting und unabhängige Assurance werden präzisiert. |
Governance | Netto-Null-Ziele und Transitionsplan sind auf Vorstands- bzw. Geschäftsführungsebene zu verankern. |
Die drei OER-Stufen unterscheiden sich in Umfang und Ambition. Auf der Stufe Engaged adressiert ein Unternehmen mindestens 1 Prozent seiner laufenden Scope-1–3-Emissionen, entweder tonnengenau über verifizierte Minderungsergebnisse oder über ein Beitragsbudget (empfohlener Mindestpreis 20 USD/t CO₂e). Advanced verlangt die Abdeckung von 100 Prozent der Scope-1- und Scope-2-Emissionen sowie zusätzlicher Scope-3-Anteile, bis insgesamt mindestens 10 Prozent erreicht sind, zu 20 USD/t CO₂e oder tonnengenau. Leadership steht für die volle Internalisierung: ein Beitragsbudget von 80 USD/t CO₂e auf 100 Prozent der laufenden Emissionen, das verifizierte Minderungsergebnisse finanziert. Kompensation bleibt dabei durchgängig ein Komplement zur echten Reduktion, kein Ersatz.
Unternehmen mit bestehenden SBTi-Zielen behalten diese bis zum Ende des jeweiligen Zeithorizonts, sollten aber das Auslösedatum ihrer verpflichtenden Fünfjahres-Überprüfung kennen und jetzt mit einer Lückenanalyse beginnen, um den Übergang auf V2.0 strukturiert vorzubereiten. Wer ein Scope-3-Ziel vorbereitet, findet eine praxisnahe Anleitung in unserem Beitrag Scope-3-Emissionen berechnen.
Kritik an der SBTi und aktuelle Entwicklungen
Die Science-Based-Targets Initiative steht seit mehreren Jahren unter Druck. Kritiker:innen werfen ihr vor, durch die zeitweise Zulassung von CO₂-Zertifikaten zur Anrechnung von Scope-3-Emissionen Greenwashing ermöglicht zu haben. Hinzu kommen methodische Schwächen und ein potenzieller Interessenkonflikt durch Finanzierung aus Unternehmensbeiträgen. Studien wie die des New Climate Institute haben darauf hingewiesen, dass validierte Ziele in der Praxis häufig hinter den angekündigten Reduktionen zurückbleiben. Mit dem finalen Corporate Net-Zero Standard V2.0 reagiert die Initiative: kürzere Zielzyklen, mehr Transparenzpflichten, verpflichtende Transitionspläne für große Unternehmen und ein integriertes Rahmenwerk für laufende Emissionen. Ob diese Anpassungen die Glaubwürdigkeit nachhaltig stärken, hängt maßgeblich von der Umsetzung und der unabhängigen Kontrolle ab.
Für land- und forstintensive Branchen wie die Lebensmittelindustrie ist zusätzlich die Forest, Land and Agriculture Guidance (FLAG) relevant. Die SBTi hat im März 2026 eine aktualisierte Version (FLAG V1.2) veröffentlicht. Unternehmen, die ein FLAG-Ziel einreichen, müssen binnen zwei Jahren ein No-Deforestation-Commitment vorlegen. Für Einreichungen nach 2028 gilt zusätzlich ein harter Stichtag: das No-Deforestation-Commitment muss bis spätestens 31. Dezember 2030 erfüllt sein. Für Unternehmen der Lebensmittel- und Agrarwirtschaft bedeutet das eine deutliche Verschärfung der Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette.
Was müssen Unternehmen über SBTi-Fortschritte berichten?
Nach der Validierung müssen Unternehmen jährlich öffentlich über ihre Emissionsentwicklung und ihren Zielfortschritt berichten. Dazu gehören die aktuellen Emissionen nach Scope 1, 2 und 3, der prozentuale Fortschritt gegenüber dem Basisjahr sowie die zentralen Reduktionsmaßnahmen. In der Praxis erfolgt die Berichterstattung meist im Rahmen bestehender Formate wie Nachhaltigkeitsbericht, CDP-Fragebogen oder CSRD-Nachhaltigkeitsberichterstattung nach ESRS. Mit Version 2.0 sind zusätzliche Angaben zur Scope-3-Kategorienabdeckung, zur Verankerung des Ziels auf Führungsebene, zur externen Assurance und zum Climate Transition Plan verpflichtend; die Scope-1+2-Bilanz wird jährlich, die vollständige Scope-1–3-Bilanz am Ende des Fünfjahreszyklus berichtet. Ein strukturiertes Monitoring, das sich direkt aus dem CO₂-Bilanzierungsprozess speist, reduziert den Aufwand für diese Offenlegung deutlich.
Excel-Vorlage: SBTi-Ziele definieren
Unternehmen, die SBTi-konforme Ziele zum ersten Mal strukturieren, benötigen eine belastbare Grundlage für ihre Emissionsdaten und den Reduktionspfad. Die kostenlose Excel-Vorlage „SBTi für Unternehmen" von Global Changer bildet genau diesen Einstieg ab. Sie enthält ein vorstrukturiertes Emissionsdaten-Sheet für Scope 1, Scope 2 (Market- und Location-Based) sowie alle 15 Scope-3-Kategorien. Daraus berechnet die Vorlage automatisch drei Reduktionsszenarien mit Zielhorizonten 2030, 2035 und 2040 und extrahiert die drei größten Scope-3-Subscopes mit eigenen Reduktionspfaden. Eine Gesamtübersicht („Climate Journey") stellt die Entwicklung aller Scopes über den Zielzeitraum dar.
Nach dem Klicken auf den Download-Button erhalten Sie die Vorlage direkt per E-Mail. Sie ist sofort einsetzbar und für internes Reporting ebenso geeignet wie für die Kommunikation mit Investor:innen und Auditor:innen.
Eine Excel-Vorlage und eine Software erfüllen unterschiedliche Zwecke. Die Vorlage ist kostenlos, sofort verfügbar und ideal, um Struktur, Methodik und einen ersten Reduktionspfad zu verstehen; an ihre Grenzen stößt sie bei großen Datenmengen, mehreren Standorten, Versionskontrolle und auditierbarer Nachverfolgung. Eine Software automatisiert die Datenerhebung, hält Emissionsfaktoren aktuell, dokumentiert Änderungen revisionssicher und skaliert über Standorte und Berichtszyklen hinweg; sie erfordert dafür eine Einführung und ein Budget. Für den Einstieg und das Verständnis genügt die Vorlage, für die laufende, prüffähige Steuerung in Enterprise-Strukturen lohnt der Umstieg auf eine Software.

Was die Software von Global Changer zusätzlich leistet
Die Excel-Vorlage bildet den Einstieg ab, für die operative Umsetzung der SBTi-Ziele braucht es in Enterprise-Strukturen mehr. Das Modul CO₂-Reduktion von Global Changer plant und steuert Transitionspläne nach SBTi-Methodik, erstellt individuelle Reduktionspfade und dokumentiert sie auditierbar. Jede Maßnahme wird nach der VALERI-Methodik (DIN EN 17463) wirtschaftlich bewertet – inklusive CAPEX, OPEX, ROI, NPV und Payback-Zeit – und lässt sich standortübergreifend in Echtzeit verfolgen. Eine Datenbank mit mehr als 270 Reduktionsmaßnahmen und die Maßnahmenliste nach ISO 50001 liefern die inhaltliche Grundlage; ein lückenloses Audit-Protokoll sorgt für Transparenz gegenüber Wirtschaftsprüfer:innen.
Ergänzend deckt Global Changer die vollständige Klimabilanzierung (Scope 1 bis 3) mit KI-gestütztem Matching von Emissionsfaktoren für Scope 3.1, Zugriff auf mehr als 60.000 Emissionsfaktoren aus ecoinvent, AGRIBALYSE und EcoTransIT sowie KI-gestützte Product Carbon Footprints ab. Hosting und KI laufen vollständig in Deutschland, das Unternehmen ist ISO-27001-zertifiziert und DSGVO-konform. Eine Demo lässt sich direkt online buchen.
Häufig gestellte Fragen zur SBTi
Was ist der Unterschied zwischen Science Based Targets und dem Net-Zero-Standard?
Science Based Targets sind der Oberbegriff für alle wissenschaftlich fundierten Klimaziele, die von der SBTi validiert werden. Der Corporate Net-Zero Standard ist das spezifische Rahmenwerk innerhalb der SBTi, das sowohl kurzfristige Reduktionsziele (5 bis 10 Jahre) als auch langfristige Netto-Null-Ziele bis spätestens 2050 regelt. Frühere SBTi-Ziele deckten häufig nur den kurzfristigen Horizont ab. Mit dem Net-Zero Standard wurden beide Ebenen zu einem verpflichtenden Zweistufensystem zusammengeführt.
SBTi oder CDP – was ist der Unterschied?
SBTi und CDP sind unterschiedliche Initiativen, die sich ergänzen. Die SBTi ist ein Standardsetzer und validiert Emissionsreduktionsziele anhand wissenschaftlicher Kriterien. CDP (Carbon Disclosure Project) ist eine Offenlegungsplattform, über die Unternehmen jährlich ihre Klimadaten berichten. CDP ist zugleich eine der Gründungsorganisationen der SBTi. In der Praxis nutzen Unternehmen CDP als Berichtskanal, um ihre SBTi-Fortschritte transparent gegenüber Investor:innen und Kund:innen offenzulegen.
Kann man SBTi-Ziele mit CO₂-Zertifikaten erreichen?
Nein, CO₂-Zertifikate ersetzen keine Emissionsreduktionen im Sinne der SBTi. Reduktionsziele müssen durch echte Minderung in Scope 1, 2 und 3 erreicht werden. Kompensation ist für die Neutralisierung verbleibender Restemissionen auf dem Weg zu Netto-Null zulässig, und auch hier nur mit hochwertigen, dauerhaften Entnahmemethoden. Im finalen Corporate Net-Zero Standard V2.0 schärft das OER-Konzept (Ongoing Emissions Responsibility) diesen Grundsatz: Zertifikate sind ein Komplement zur Reduktion, kein Ersatz.
Welche Unternehmen müssen SBTi-Ziele setzen?
Die SBTi-Validierung ist freiwillig, eine gesetzliche Pflicht besteht nicht. Faktisch verpflichtend wird sie durch Marktmechanismen: Investor:innen, Großkunden in der Lieferkette und Ratings wie MSCI oder ISS ESG erwarten zunehmend validierte Klimaziele. In Leitindizes wie DAX 40, CAC 40 und FTSE 100 sind SBTi-Ziele bereits weitgehend Standard. Unternehmen in der Lebensmittel-, Chemie- und Automobilindustrie spüren zusätzlich Druck durch FLAG- und sektorspezifische Anforderungen.
Muss ein Unternehmen alle Scope-3-Emissionen bei SBTi abdecken?
Nicht alle, aber die wesentlichen. Unter Version 1.3.1 gilt: Machen Scope-3-Emissionen mehr als 40 Prozent der Gesamtemissionen aus, ist ein Scope-3-Ziel verpflichtend und muss mindestens 67 Prozent dieser Emissionen abdecken. Mit dem Corporate Net-Zero Standard V2.0 entfällt diese pauschale Quote: Unternehmen müssen alle Scope-3-Kategorien mit einem Anteil von mindestens 5 Prozent an den gesamten Scope-3-Emissionen adressieren. Das entspricht einem kategoriespezifischen Ansatz, der Transparenz und Vergleichbarkeit erhöht.
Was passiert, wenn ein Unternehmen seine SBTi-Ziele nicht erreicht?
Bislang führte ein Verfehlen validierter Ziele zur Streichung aus dem Target Dashboard und zur Kennzeichnung als „commitment removed". Der finale Standard V2.0 führt ein Best-Efforts-Prinzip ein: Unternehmen, die ihre Ziele trotz nachweislicher Anstrengungen verfehlen, können im SBTi-Rahmenwerk bleiben, wenn sie transparent über Umsetzungshürden und Gegenmaßnahmen berichten. Formale Sanktionen gibt es nicht; die Folgen bleiben reputativ und marktwirtschaftlich. Fünfjahres-Validierungszyklen und stichprobenartige Kontrollen verschärfen die Rechenschaftspflicht.
Ab wann gilt der neue Corporate Net-Zero Standard V2.0?
Der finale Corporate Net-Zero Standard V2.0 wurde am 11. Juni 2026 veröffentlicht und ist ab dem 1. Februar 2028 für neue Zielsetzungen verbindlich. Bis zum 31. Januar 2028 können Unternehmen weiterhin Ziele nach Version 1.3.1 (Near-Term Criteria v5.3.1) einreichen; ab dem ersten Quartal 2027 ist die freiwillige Einreichung nach V2.0 möglich. Bereits validierte Ziele bleiben bis zum Ende ihres Zeithorizonts gültig; ein Transition Guide regelt die Überführung. Die Übergangsphase eignet sich für eine Lückenanalyse.
Was ist der Unterschied zwischen Version 1.3.1 und Version 2.0?
Version 1.3.1 bündelt Scope 1 und 2 in der Regel in einem kombinierten Ziel und arbeitet mit pauschalen Scope-3-Quoten. Version 2.0 trennt die Ziele für Scope 1, 2 und 3, setzt Scope-3-Ziele kategoriespezifisch (Kategorien über 5 Prozent), führt die Ongoing Emissions Responsibility für laufende Emissionen ein und macht für große Unternehmen einen Climate Transition Plan verpflichtend. Zudem gelten Ziele auf Best-Efforts-Basis mit stärkerem Fokus auf Umsetzung und jährliche Berichterstattung.






